Gründerversammlung 1.Dez 1967

Im Hotel Bahnhof Lotzwil

Initianten

Meier Walter und Fiechter Eduard

Wahl des ersten Vorstandes

Präsident: Walter Meier

Vizepräsident: Fiechter Eduard

Sekretär: Fritz Hügli

Kassier: Peter Kneüss

Standblatt-Führer: Walter Hermann

Beisitzer: Heinz Ammann, Karl Schneeberger

Revisoren: Karl Bernhard und Max Schuppli

Jubiläums - Chronik UV Oberaargau

Autor

Martin Hügli


50 Jahre UV Oberaargau

Werte Keglerfreunde

Die Wurzeln unseres Unterverbandes finden wir im Emmental, waren doch zur Gründungszeit die folgenden vier Klubs dem Unterverband Emmental angeschlossen:

KK Fidelio, Dürrenroth ab 1959

KK Schultheissenbad, Huttwil ab 1962

KK Auswil, Auswil ab 1966

KK Immergrün, Huttwil ab 1967

All deren Mitglieder fanden im Emmental Freude und Erholung beim Kegelsport, aber auch uneingeschränkte Kameradschaft. Frage also: weshalb dann die Trennung vom Emmental? Dies mögen die folgenden drei Hauptgründe gewesen sein:

  • einige Mitglieder dieser Klubs fanden es schade, dass Kegelbahnen, welche sozusagen vor der Haustüre waren, für den Meisterschaftsbetrieb brach lagen,

  • es zeigte sich deutlich die grosse Verbandslücke Oberaargau,

  • eine Kegelbahnerhebung ergab im vorgesehenen Verbandsgebiet, dass über 40 Anlagen zur Verfügung ständen.

Dazu kam, dass der Kantonalvorstand einer Erschliessung des entsprechenden Gebietes äusserst positiv gegenüberstand und jede mögliche Unterstützung zusicherte. Sehr lobenswert war die Haltung der Emmentaler, die sich sofort bereit erklärten, die vorstehenden vier Klubs aus Huttwil und Umgebung als Grundstock zu einer Verbandsgründung Oberaargau freizugeben. Bestärkt durch diese Fakten und nicht zuletzt auf das Drängen ihrer damaligen Klubkameraden ergriffen im Frühjahr 1967 Walter Meier und Eduard Fiechter die Initiative zur Gründung eines Unterverbandes Oberaargau. Nach Bildung eines Gründungskomitees mit Mitgliedern genannter Klubs wurde unverzüglich die grosse aber schöne Aufgabe in Angriff genommen. Durch persönliche und schriftliche Werbung, mit Werbekegeln und Orientierungsversammlungen sowie mit Neugründungen von Kegelklubs wurde es möglich, eine erfolgsversprechende Klub- und Mitgliederzahl aufzubringen. Noch im gleichen Jahr, am 1. Dezember 1967, war es dann soweit.

Im Hotel Bahnhof in Lotzwil fand unter der Leitung vom damaligen Kantonal- und Zentralpräsidenten Arthur Kettner die für uns denkwürdige Gründungsversammlung statt. Assistiert wurde Arthur Kettner von Ernst Steinmann, Kranzkartenkassier des früheren Zentralvorstands. Begleitet wurden die beiden von Walter Arnold, einem Keglerfreund aus Bern, der sich spontan zur Abfassung unseres Gründungsprotokolls bereit erklärte. Ebenfalls anwesend waren eine Kantonalvorstand-Delegation sowie Vorstandsmitglieder benachbarter Verbände. Von den bis zur Gründungsversammlung angemeldeten 92 Mitgliedern waren deren 53 anwesend.

Der Gründungsbeschluss erfolgte einstimmig.

Folgende Mitglieder wurden in den 1. Vorstand des UV Oberaargau gewählt:

Präsident Walter Meier

Vizepräsident Eduard Fiechter

Sekretär Fritz Hügli

Kassier Peter Kneüss

Standblatt-Führer Walter Herrmann

Beisitzer Heinz Ammann

Karl Schneeberger

Revisoren Karl Bernhard

Max Schuppli

Nur wenige Tage später, am 17. Dezember 1967, fand an der Kantonalen Delegiertenversammlung in Meiringen der junge Unterverband Oberaargau einstimmige Aufnahme in den Kantonalverband Bern. Zugleich wurden der Präsident Walter Meier sowie der Vizepräsident und Sportleiter Eduard Fiechter in den Kantonal-Vorstand delegiert. Nun galt es, unserem Verbandsschiffchen Wind in die Segel zu geben.

1968 Der Anfang

Wir starteten im ersten Jahr 1968 mit elf Klubs und vielen Einzelkeglern. Die elf ersten Klubs waren, KK Fidelio, Dürrenroth, KK Domino, Auswil, KK Edelweiss, Walliswil b. Wangen, KK Freundschaft, Niederbipp, KK Frohsinn Walliswil, b. Wangen, KK immergrün, Huttwil, KK Jura, Wolfisberg, KK Längwald, Niederbipp, KK Linksmäder, Madiswil, KK Rundholz, Lotzwil und KK Schultheissenbad, Huttwil.

Mit sechs Meisterschaften wurde das erste Jahr begonnen. Davon waren 5 Klubmeisterschaften und eine Verbandsmeisterschaft. Das erste Jahr verlief trotz Anfangsschwierigkeiten gut.

Die ersten Sieger der Jahresmeisterschaft waren folgende Klubs:

Kat. A Fidelio, Dürrenroth

Kat. B kein Klub

Kat. C Schultheissenbad, Huttwil

Bei der Einzelmeisterschaft konnten folgende Sieger ermittelt werden:

Kat. A Aeschlimann Fritz, Täuffelen

Kat. B Gerber Werner, Zuchwil

Kat. C Arn Erhard Niederbipp

Das zweite Jahr 1969

Nach dem erfolgreichen ersten Jahr konnten die sechs Klubs KK Eintracht, Rohrbach, KK Jurablick, Walliswil b.Wangen, KK Ochsenbein, Roggwil, KK Sandschein, Lotzwil und der KK Wilder Mann, Aarwangen, dazu gewonnen werden. Die Meisterschaften wurden durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen.

Natürlich mussten hin und wieder die Segel etwas eingezogen oder der Windrichtung besser anpassen werden. Es war aber stets eine ruhige Fahrt. All die vielen, mehrheitlich positiven Fakten erlaubten eine gute Entwicklung unseres Unterverbandes. Der Bestand von 24 Klubs und 234 Mitgliedern durfte sicher als gut betrachtet werden. Es wurde stets versucht, sich dem aktuellen Trend beim Kegelsport anzupassen. Die Vorstandstätigkeit wurde im Laufe der Jahre umfangreicher aber auch attraktiver.

1971 Einführung Oberaargauer Klub-Cup

Der erste Sieger des Oberaargauer Klub-Cups war der KK Blau-Weiss, Huttwil.

Danach wurden folgende Sieger erkoren:

1972 KK Schultheissenbad, Huttwil

1973 KK Blauweiss, Huttwil

1974 KK Schultheissenbad, Huttwil

1975 KK Oenz, Oberönz

1976 KK Ochsenbein, Roggwil

1977 Erste Austragung Oberaargauer Einzel-Cup

In den ersten Jahren konnten sich folgende Sieger des Einzelcups nominieren und feiern lassen:

1977 Schmied Ernst, Uetendorf

1978 Schwab Willi, Konolfingen

1979 Christen Rene, Attiswil

1980 Heierle Hans, Reinach

1984 Plüss Bruno konnte als erstes Oberaargauer-Unterverbandsmitglied diesen Cup gewinnen.

1978 Erster Familienabend mit Absende

1979 Trennung Hauptversammlung und Familienabend

Das Hauptgewicht unserer sportlichen Tätigkeit lag nach wie vor in den Jahresmeisterschaften.

Diese umfassten seit einigen Jahren sieben Verbandsmeisterschaften mit Beteiligungszahlen zwischen 350 und 400 Teilnehmern. Die höchste Anzahl eigene Klubs war im Jahr 1979 mit 25 Klubs und ca. 210 Keglerinnen und Keglern.

Im Weiteren zeigte sich der UV Oberaargau auch im Kantonalverband tätig. Turnusmässig durfte dieser die Organisation der Kantonalen Delegiertenversammlung und die Durchführung Kantonaler Sportanlässe übernehmen. Wir freuten uns, dass wir damit auch unseren Anteil zu Gunsten des jubilierenden Kantonalverbandes beitragen konnten. Mit den Organisationen der Schweizerischen Delegiertenversammlungen 1976 und 1985 in Huttwil und mit den Durchführungen der Schweizerischen Veteranen- und Senioren-Meisterschaften 1981 und 1986 in Roggwil durften wir auch einen Beitrag zur SFKV Verbandsgeschichte leisten. Dieses Vertrauen war uns stets Ansporn. Eine ganz besondere Ehre wurde uns 1974 zuteil, als wir bei der Fahnenweihe des Unterverbandes Emmental die Patenschaft übernehmen durften. Diese schöne Feier in Langnau werden wir nie vergessen. (Ich war damals selbst dabei.) So gingen die Jahre mit guten und weniger guten Zeiten vorwärts.


Auf das Jahr 1988 erfolgte erstmals eine Wachtablösung an unserer Verbandsspitze. 

Nach zwanzigjähriger Präsidialzeit wünschte Walter Meier ins zweite Glied zurückzutreten. Seine Vorstandstätigkeit wurde mit der Ernennung zum Ehrenpräsidenten gebührend gewürdigt.

Als Nachfolger wurde an der Hauptversammlung vom 27. November 1987 der amtierende Vizepräsident Erhard Grütter, Roggwil, gewählt. Nun kam nach zwanzig Jahren frischer Wind an die Verbandsspitze. Grütter Erhard war voller guten Ideen und durch seine Erfahrung bestens ausgewiesen. Er gab unserem Verband neue Impulse. So wurde das Jahr 1988 mit neuem Elan in Angriff genommen. Schon bald wurden einige Veränderungen vollzogen. So wurden die Anzahl der Meisterschaften auf Acht erhöht. Mit den Jahren wurde die Schreiberarbeit durch die neuste Technologie mit elektronischen Anzeigen und Druckern ersetzt. Diese Erneuerung war in meinen Augen nicht das Beste, wurde doch die Kameradschaft dadurch nicht mehr so gelebt wie vorher. Doch es war halt so und man musste sich daran gewöhnen.

An den Schweizer Meisterschaften, welche seit 1952 durchgeführt werden, hatten die Kegler/Innen sehr gute Erfolge.

1989 wurde in der Kat. Damen C als erste Meisterin aus dem UV Oberaargau Ursula Minder erkoren.

Dies sollte nicht so bleiben. Schon 1995 erreichte Tourn Walburga in der Kat. B den 2. Rang und im Jahr 2012 wurde Walburga in der gleichen Kategorie sogar Schweizer Meisterin.

1999 platzierte sich von Arx Yvonne in der Kat. A auf dem 3. Rang. Den Höhepunkt kam aber im Jahr 2006 als von Arx Yvonne als erste Keglerin unseres Unterverbandes, im Kegelcenter Ruchfeld in Münchenstein, den ersten Schweizer Meistertitel in der Kat. A gewann. Den Schweizer Meistertitel erreichte sie ebenfalls in den Jahren 2010 in der Linde in Küngoldingen sowie in den Jahren 2011 und 2016 im Rössli in Heimberg. Dazu erzielte sie in den Jahren 2009 und 2012 den 2. Rang. Yvonne ist bis heute die erfolgreichste Keglerin unseres Verbandes. Danke Yvonne.

Bei den Schweizer Meisterschaften der Herren ist zu erwähnen, dass im Jahr 1962, also vor der Gründung des UV Oberaargau, Salomoni Arnold, Roggwil, den ersten SM Titel der Kat. A ins Oberaargau holte.

Folgende Oberaargauer Medaillen-Gewinner konnten in den darauffolgenden Jahren ebenfalls gefeiert werden:

1982 Kat. B, Iseli Ernst 3. Rang 2014 Kat. C, Leibundgut Beat 3. Rang

1986 Kat. B, Kurt Ernst 2. Rang 2015 Kat. B, Frey Rolf 2. Rang

1996 Kat. B, Zaugg Roland 2. Rang 2015 Kat. B, Schärer Heinz 3. Rang

2004 Kat. B, Leibundgut Herbert 2. Rang

2009 Kat. B, Ringswald Urs 1. Rang

2011 Kat. B, Zehnder Ernst 2. Rang

2012 Kat. C, Roth Hans 2. Rang

2014 Kat. B, Zehnder Ernst 2. Rang

Als absoluten Höhepunkt in der Oberaargauer Unterverbandsgeschichte kann das Jahr 2005 beschrieben werden. Zehnder Ernst wurde in der Kat. A Schweizer Meister. Sein Klubkollege, Leuenberger Robert, holte sich in der gleichen Kategorie den Titel des Vize Schweizer Meisters.

Zurück im Oberaargau

Schon bald wurde das lang diskutierte Thema Fahne im UV Oberaargau aktuell. Es wurde besprochen, ob hinsichtlich des Jubiläums eine solche angeschafft werden soll. Die Idee wurde mehrheitlich für gut befunden, so dass man sich Gedanken über die Einweihung, den Festakt, das Sponsoring, Fahnen-Götti/-Gotti, usw. machte. Es wurde ein OK für dieses einmalige Fest gegründet.

1991 wurden folgende Leute ins OK berufen:

Präsident Erhard Grütter

Vizepräsident Amacher Martin

Mitglieder Fuhrer Paul

Hügli Martin

Iseli Thomas

Leuenberger Robert

Die grosse Aufgabe wurde durch das OK in Angriff genommen. Es sollte ein richtig grosses Fest mit vielen Veranstaltungen, Kegelmeisterschaften, Lotterie und vielem mehr auf die Beine gestellt werden.

An vielen Sitzungen, welche manchmal sehr lange dauerten, konnte ein umfangreiches Programm erarbeitet werden. Die Jubiläumsmeisterschaften wurden zum Erfolg. Auch konnten zahlreiche Sponsoren gefunden werden. Blieb nur die Frage, wen man als Fahnengötti oder Fahnengotte anfragen könnte. Nach langem Suchen konnten Hügli Fritz und Koch Karl-Heinz als Spender gefunden werden.

1992 Das Jahr des 25-Jahre Jubiläums mit Fahnenweihe war da.

Wir trafen uns in Wangen a. A.  Die Fahnendelegationen trafen nach und nach im Salzhaus ein, wo mit dem Organisator der weitere Verlauf besprochen wurde. Die geladene Schar, bestehend aus Unterverbands-Präsidenten, dem Zentralvorstand, dem Gemeindepräsidenten und weiteren Gästen wurde begrüsst. Nach der Begrüssung verschob sich die Gesellschaft ins Aare-Städtchen, wo ein schöner Umzug stattfand. Dieser führte, unter instrumentaler Begleitung durch die Musikgesellschaft Wangen a. A., vom Städtchen zurück ins Salzhaus. Dort wurde die offizielle Feier mittels Fahnenmarsch durch die Fahnendelegationen eröffnet. Danach erfolgten verschiede Willkommensreden. Endlich war es soweit: die Fahne des Oberaargaus wurde enthüllt. Mit grossem Applaus und grosser Freude wurde diese empfangen. Danach wurde sie mittels Fahnengruss von allen Unterverbandsfahnen feierlich aufgenommen. Nach weiteren Reden wurde das Nachtessen serviert. Im Nachhinein kann man sagen, es war ein gelungenes Fest.

Die Jahre 1993- 1998

Unter der Leitung von Erhard Grütter wurden Meisterschaften, Cups sowie Einzel- und Klubmeisterschaften durchgeführt.

Es wurden neue Klubs gegründet, Bestehende aufgelöst. Leider nahm auch die Mitgliederzahl ab.

1998 demissionierte Grütter Erhard als Unterverbandspräsident und übergab nach 10 Jahren das "Zepter" dem Vizepräsidenten Amacher Martin.

Ab dem Jahr 1999 wurde unter seiner Leitung das Schiffchen weitergeführt. Martin wusste nach all den Jahren, wie der Hase läuft und hatte alles im Griff. Aus beruflichen Gründen gab Martin leider seinen Rücktritt bekannt.

An der GV 2000 wurde Herber Leibundgut zum Nachfolger gewählt. Herbert übernahm den Verband in schwierigen Zeiten. Er versuchte das Beste aus den damaligen Umständen zu machen und setzte alles daran, dass die verschiedenen Anlässe rund liefen. Für das 50 Jahre Jubiläum des SFKF, musste vieles durch Herbert organisiert werden. Es gab sogar ein Fotoshooting, welches sehr lustig war. Leider wurden die Fotos jedoch nicht in der Broschüre gezeigt.

Herbert übergab nach 10 Jahren das Zepter an seinen Nachfolger Robert Leuenberger, welcher bis heute als Präsident des Unterverbandes Oberaargau amtet.

Der Schreibende bedankt sich herzlich bei:

  • all jenen Keglerkameraden, welche während Jahren mitgeholfen haben, den UV Oberaargau aufzubauen und weiterentwickeln,

  • allen Klubfunktionären,

  • allen, die mit halfen in irgendeiner Funktion das Oberaargau zu prägen.

Der Schreiberling wünscht dem UV Oberaargau für die nächsten 50 Jahre viel Glück und frohe Stunden beim geliebten Kegelsport.

Martin Hügli